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Börse & Wirtschaft verstehen

Leitzins, EZB & Inflation

Wie die Geldpolitik die Märkte beeinflusst.

Zuletzt aktualisiert am 9. Juli 2026

Der Leitzins ist einer der stärksten Hebel für die gesamte Wirtschaft — und damit für deine Geldanlage. Gesetzt wird er von der Europäischen Zentralbank, der EZB. Wer versteht, wie dieser Zins wirkt, kann viele Marktbewegungen und Schlagzeilen besser einordnen.

Die Aufgabe der EZB

Die EZB ist für die Geldpolitik im Euroraum zuständig. Ihr vorrangiges Ziel ist Preisstabilität, also eine niedrige und berechenbare Inflation — als Richtwert nennt sie rund 2 Prozent pro Jahr. Ihr wichtigstes Werkzeug dafür ist der Leitzins: der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld beschaffen.

Wie der Leitzins wirkt

Der Leitzins setzt sich durch die ganze Wirtschaft fort:

  • Steigt der Zins, werden Kredite teurer. Unternehmen investieren weniger, Konsumenten geben weniger aus, die Wirtschaft kühlt ab — das dämpft die Inflation.
  • Sinkt der Zins, wird Geld billig. Kredite, Investitionen und Konsum nehmen zu, die Wirtschaft läuft heißer.

So versucht die EZB, die Konjunktur zu bremsen oder anzuschieben, je nachdem, ob die Preise zu stark oder zu schwach steigen.

Zinsen und deine Geldanlage

Für Anleger ist der Leitzins zentral, weil er alle Anlageklassen zugleich bewegt. Hohe Zinsen machen Anleihen und Tagesgeld attraktiver und lasten auf den Aktienkursen. Niedrige Zinsen treiben umgekehrt oft die Aktienmärkte, weil sichere Anlagen kaum etwas abwerfen. Der Zins beeinflusst außerdem, wie hoch Anleger künftige Unternehmensgewinne bewerten — ein Punkt, der in der Aktienbewertung wieder auftaucht.

Der Bezug zur Inflation

Zins und Inflation hängen eng zusammen. Bleibt der Zins unter der Teuerungsrate, verliert Erspartes real an Wert. Wie stark die Inflation an der Kaufkraft zehrt, rechnest du im Inflations-Rechner durch — und siehst, warum reines Sparen auf dem Konto langfristig selten reicht.

Passende Rechner

Rechne das Gelernte direkt selbst durch.

Häufige Fragen

Was macht die EZB?

Die Europäische Zentralbank steuert die Geldpolitik im Euroraum. Ihr wichtigstes Ziel ist stabile Preise — als Richtwert gilt eine Inflation von rund 2 Prozent. Um das zu erreichen, hebt oder senkt sie den Leitzins, zu dem sich Banken bei ihr Geld leihen.

Warum fallen Aktien, wenn die Zinsen steigen?

Höhere Zinsen verteuern Kredite und bremsen die Wirtschaft, was auf die Unternehmensgewinne drückt. Zugleich werden sichere Anlagen wie Anleihen und Tagesgeld attraktiver, sodass Geld aus Aktien abfließt. Beides belastet die Kurse.

Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.