Aktienbewertung: KGV, KBV & Co.
Mit welchen Kennzahlen Aktien bewertet werden.
Zuletzt aktualisiert am 9. Juli 2026
Ist eine Aktie teuer oder günstig? Der Kurs allein verrät das nicht — 200 Euro können billig und 5 Euro teuer sein. Um Aktien vergleichbar zu machen, setzen Anleger den Preis ins Verhältnis zu betrieblichen Kennzahlen. Die bekanntesten sind KGV, KBV und die Dividendenrendite.
Die wichtigsten Kennzahlen
- KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis): Kurs geteilt durch den Gewinn je Aktie. Es zeigt, wie viele Jahresgewinne im Preis stecken. Ein hohes KGV signalisiert hohe Wachstumserwartungen, ein niedriges eher Skepsis.
- KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis): Kurs im Verhältnis zum bilanziellen Eigenkapital je Aktie. Es zeigt, wie viel Anleger über den reinen Buchwert hinaus zahlen.
- Dividendenrendite: die jährliche Dividende im Verhältnis zum Kurs. Sie sagt, welchen laufenden Ertrag eine Aktie beim aktuellen Preis abwirft.
Was die Zahlen leisten — und was nicht
Kennzahlen ordnen ein, liefern aber kein Urteil. Ein niedriges KGV kann eine Gelegenheit sein oder eine Warnung, wenn der Markt fallende Gewinne erwartet. Aussagekräftig werden die Werte erst im Vergleich: mit der eigenen Branche, mit der Geschichte des Unternehmens und mit den Zinsen, die künftige Gewinne unterschiedlich stark abwerten. Eine einzelne Zahl aus dem Zusammenhang gerissen führt schnell in die Irre.
Warum Einsteiger das entspannt sehen dürfen
Wer einzelne Aktien auswählen will, kommt um solche Analysen nicht herum — und tritt damit gegen Profis mit besseren Daten an. Für den langfristigen Vermögensaufbau brauchst du das nicht. Ein breit gestreuter ETF kauft den ganzen Markt und übernimmt die Gewichtung automatisch. Du sparst dir die Einzelbewertung und trägst nicht das Risiko, auf das falsche Unternehmen zu setzen. Wie der Handel dahinter abläuft, zeigt der Beitrag dazu, wie die Börse funktioniert.
Häufige Fragen
Was sagt das KGV aus?
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie. Ein KGV von 15 bedeutet, dass Anleger das Fünfzehnfache des Jahresgewinns zahlen. Ein niedriges KGV kann günstig heißen — oder ein Zeichen dafür, dass der Markt schwache Aussichten erwartet.
Muss ich als ETF-Anleger Kennzahlen verstehen?
Nicht zwingend. Wer breit gestreut in einen Index investiert, kauft alle enthaltenen Unternehmen im Marktverhältnis und muss keine Einzelaktien bewerten. Die Kennzahlen helfen beim Einordnen von Nachrichten, sind für den Sparplan aber kein Muss.
Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.